Klein aber fein – E-Sportler: LoL-Team „Universe“ von „eSports Kaiserslautern“

Klein aber fein - E-Sportler: LoL-Team "Universe" von "eSports Kaiserslautern"

In unserer Serie „Klein aber fein – E-Sportler“ möchten wir euch die kleinen bis mittelgroßen E-Sportler und E-Sport-Teams vorstellen, die am Beginn ihrer Karriere stehen und Großes erreichen möchten. E-Sportler (oder Teams), die bereits in den Endrunden großer Turniere waren oder daran teilnehmen, zählen nicht dazu.

In unserem neuen Artikel stellen wir euch das LoL-Team „Kaiserslautern Universe“ von eSports TUK vor.

Wir konnten mit einem Mitglied des Teams ein wenig im Discord plaudern:

Stell euer Team vor:

Iromator: »Wir sind alle Studenten der TU Kaiserslautern. Unser Team besteht aus folgenden Mitgliedern:

  • Toplane: Acryno (Thong) und Mokkabär (DJ), die beiden wechseln sich auf dieser Position immer ab. Wir haben eben hauptsächlich eine Tank-Toplane-Meta. Die beiden spielen dann meistens Malphite, Shen, Wukong oder auch mal Off-Tanks wie Mordekaiser.
  • Jungle: Dörtydört (Huy), oder wie wir ihn gerne nennen, unser kleiner „Salzlord“. Er spielt eigentlich nur Skarner, Ivern und Nunu. Wenn die gebannt werden, ist er komplett verloren.
  • Midlane: HiImBallat (Marvin), er hat einen sehr großen Championpool. In der Uniliga überzeugt er mit Controll-Mages wie Orianna oder Syndra.
  • ADC: Iromator (Lorenz), also ich selbst, ich spiele hauptsächlich Hypercarries, aber auch Caitlyn. Hauptsächlich jedoch Kog’Maw, Vayne oder Jinx.
  • Support: Ebermann (Tim), er ist auch fast mein Nachbar. Er spielt dementsprechend Shield-Support oder Supporter, die mir den Arsch pudern, wenn ich das mal so sagen darf. Er steht immer hinter mir und kann eigentlich die ganze Zeit mit dem Gesicht über die Tastatur rollen und alles, was er hat, auf mich feuern.
  • Substitute: Rio (Rifat)

Eigentlich sind wir das geplante zweite Team, das weniger Try-Harden wollte. So war es am Anfang des Semesters besprochen. Das erste Team ist aber jetzt in die 3. Liga abgestiegen. Wir als „Larifari-Team“ haben den Klassenerhalt geschafft und sind immer noch in der 2. Liga.

Vom Alter her ist HiImBallat der jüngste mit 19 und der Älteste ist, glaube ich, Acryno mit Mitte 20. Also alle ziemlich nah zusammen vom Alter her.«

Was sagen deine Freunde und Familie zum Thema E-Sport?

Iromator: »Meine Familie sah das immer sehr kritisch. Meine Mutter hatte immer die Devise, dass Schule bzw. Universität vor dem Hobby geht, also vor dem Zocken. Als ich dann aber angefangen habe, mich in der E-Sport-Gruppe zu etablieren, und da auch Freunde und Spaß gefunden habe, aber auch als ich mit dem Streamen begonnen habe und dadurch auch etwas Geld dazu verdient hatte, haben meine Eltern gesehen, dass es kein Problem ist, das alles unter einen Hut zu bringen. Auch weil es die Noten zulassen.

Aber sonst finden sie es eher schwierig, da sie eben gar keinen Bezug zu dem Thema haben.«

Wie seid ihr auf den Namen des Teams gekommen?

Iromator: »Wir heißen jetzt „Team Universe“. Letzte Season gab es auch schon zwei Teams, da hießen wir allerdings „Team Red“ und „Team Blue“. Das war von unserer Leitung so vorgegeben. Dies wurde allerdings jetzt verworfen und das erste Team hat sich nun „Team Prime“ genannt. Wir wollten als Witz irgendein Wort wählen, das über Prime steht. Das, was noch größer und eben besser ist. Manche nutzen das Wort „Universe“ als übertrieben oder groß und deswegen nannten wir uns dann „Team Universe“. Es sollte eben eine Kampfansage an das erste Team sein.«

Seit wann existiert das Team Universe?

Iromator: »In dieser Konstellation, gibt es das Team seit diesem Semester. Die meisten Leute, also der Kern, spielen aber schon seit zwei Jahren zusammen.«

Seid ihr Mitglied eines E-Sport-Vereins?

Iromator: »Ja, wir sind Mitglied bei eSports TUK

Wie sieht eure Wochenplanung aus?

Iromator: »Da wir uns am Anfang dieses Semesters dazu entschieden hatten, nicht das „Try-Hard“ bzw. Wettkampf basierte Team zu sein, haben wir uns eigentlich nur auf einen Trainingstag pro Woche geeinigt. Das war dann der Montag. Wir haben dann eben einfach zu fünft zusammen gezockt, weil wir auch keinen Trainer haben. Teilweise haben wir uns dann noch Scrim-Partner gesucht (Anm. d. Red.: als Scrim bezeichnet man es, wenn sich zwei Teams verabreden, um gegeneinander zu spielen). Dienstags war dann auch immer die Uni-Liga. Ansonsten hat man mal unregelmäßig zusammen gespielt.

Alle vier Wochen haben wir uns dann noch getroffen, um einfach was zusammen zu unternehmen. Aber das einzig fest Geplante ist der Trainingstag montags und die Uni-Liga dienstags.«

An welchen Turnieren/Liga habt ihr bis jetzt teilgenommen? Nehmt ihr grade an welchen Teil bzw. welche sind in Planung?

Iromator: »Zurzeit sind wir in der selbst ernannten Sommerpause, da wir jedes Jahr an der Uni-Liga teilnehmen. Die Liga teilt sich in vier Ligen und letztes Jahr haben wir an dem „Wild-Card-Turnier“ für diese Liga teilgenommen. Eigentlich hätten wir dieses Semester in der 3. Liga starten sollen, dadurch das wir aber das „Wild-Card-Turnier“ mit sechs Siegen in Folge im K. O.-System gewonnen haben, sind wir direkt in die 2. Liga aufgestiegen.

Zwischenzeitlich haben wir auch an einem MLP-Turnier teilgenommen. Dies wurde von E-Sports Rhein-Neckar veranstaltet. Zu Beginn von Corona haben wir auch noch an einem Turnier von dem E-Sport Team der Uni Stuttgart teilgenommen. Wenn man von E-Sports Team der Hochschulen angefragt wird, nimmt man da natürlich gerne teil. Deswegen haben wir auch schon öfter an solchen Turnieren teilgenommen.

Am 12. September ist noch ein großes Event in Trier. Das ist ein E-Sports Event in einem Autokino. Da wird das LoL Turnier gestreamt und wir werden im LAN das Turnier dort vor Ort spielen.«

Wie läuft so ein Turniertag/Ligatag bei euch ab?

Iromator: »Wir treffen uns in der Regel eine halbe Stunde vor Spielbeginn. Das klappt leider nicht immer so ganz. Dann besprechen wir zusammen noch mal die Taktik für die Spiele. Unser Teamcaptain bereitet immer alles vor. Was gebannt werden soll, was gepickt werden soll, und eben wie der Plan für das Spiel aussieht. Wir versuchen dann immer alles umzusetzen.

In den Pausen von den Turnieren versuchen wir uns dann immer gegenseitig zu hypen, damit die Stimmung oben bleibt. Ich glaube, das ist das Wichtigste. Wenn wir gut gelaunt sind, spielen wir besser, wie als wenn wir uns gegenseitig „anmachen“. Wir versuchen eben dauerhaft gute Stimmung zu verbreiten.«

Mal gewinnt man…
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Habt ihr schon Turniere gewonnen? Wenn nein, was war euer größter Erfolg? Wenn ja, welche/s?

Iromator: »Einer unserer größten Erfolge war das „Wild-Card-Turnier“ für die Uniliga.

Es gab aber noch einen anderen großen Erfolg. Da waren wir auf der ITCS in Frankfurt – das ist eine IT-Firmen Kontakt-Messe. Da war allerdings nicht unser ganzes Team, sondern aus jeder Sparte von eSports TUK Leute dabei. Es gab dort einen Stand, der ein kleines E-Sport Event gemacht hatte. Man musste sich als Team anmelden und dann drei Mini-Spiele spielen. Das Gewinner-Team konnte dann 1000 € gewinnen. Das 1. Spiel war ein CS-Aim Server, das 2. ein Spieltrainer für Moba-Spiele und das 3. war ein Spiel, da musste man als Holzfäller einen großen Baum fällen. Man hatte immer nur einen Versuch und die Wertungen wurden dann addiert. Da hat das Team dann auch gewonnen und die 1000 € bekommen.

Ich finde, das war der größte Erfolg, da wir da den größten Wert raus gezogen haben. Aber der größte emotionale Erfolg war das „Wild-Card-Turnier“. Da wir nicht damit gerechnet hatten, alle Spiele zu gewinnen und aufzusteigen. Das wurde auch gestreamt und bei 200-300 Zuschauern hat das Herz auch gut geschlagen, das Adrenalin war da.«

Welche Pläne habt ihr für die Zukunft/Wo wollt ihr hin?

Iromator: »Eigentlich, so blöd, wie es klingt, wollen wir nicht aufsteigen. Für die 1. Liga haben wir als Team dafür einfach nicht die Klasse. Ich glaube, wir könnten auch aus allen unseren Teams kein Team aus unserer Hochschulgruppe bilden, welches die Klasse für die 1. Uniliga hätte. Da geht es ja auch schon um Preisgelder. Ich denke, unser Ziel ist einfach Klassenerhalt und eventuell die Relegation um den Aufstieg, damit wir sicher in der 2. Liga bleiben.«

Die Community von LoL gilt oft als verrufen – hat einen schlechten Ruf. Kannst du dem Zustimmen? Wenn ja, was denkst du, woran es liegt und was könnte man dagegen tun?

Iromator: »Dem würde ich auf jeden Fall zustimmen. Wenn man andere Spiele spielt, ist das eine ganz andere Welt. Wenn ich das mit „The Elder Scrolls Online“ vergleiche, das ist eine ganz andere Welt. Auch bei anderen Spielen wie „Counterstrike“ ist die Community zwar nicht gut, aber nicht so schlimm wie in „LoL“.

Ich glaube, es liegt einfach daran, dass die Leute die „LoL“ spielen, sehr viel Zeit darin investieren und „LoL“ eben nicht ein Belohnungssystem hat, wie andere Spiele, das einen belohnt, indem man einfach mehr spielt. Die einzige Belohnung, die man in „LoL“ bekommt, ist eben der Rang. Man möchte aufsteigen, in dem man gewinnt, so ist das Feedbacksystem von „LoL“ eben. Wenn man das nicht schafft und sehr viel Zeit da rein steckt, wird man, glaube ich, schnell und auch oft frustriert. Diese Frustration kann eben schnell in Aggression umschlagen und dann auch in Wut.

Ich denke, „LoL“ braucht ein anderes Belohnungssystem. Vor allem für Leute, die gut Spielen, aber ihr Team sie quasi runterzieht. Letztendlich würde man auf dem Papier nur den Ranglistenverlust sehen und das ist eben das, was frustriert.«

Bist du mit dem zufrieden damit, was Riot für das Spiel tut?

Iromator: »Ich finde, dass sie die Ressourcen und die Zeit mehr in „League of Legends“ stecken sollten und nicht versuchen, in andere Spiele zu expandieren. Das brauchen sie auch nicht. Sie müssen kein großer Publisher werden wie „Ubisoft“ oder „Epicgames“ oder so. Das finde ich eben schade. Das muss alles nicht sein, da sie mit „LoL“ schon erfolgreich genug sind.

Deswegen finde ich, sie tun für „League of Legends“ zu wenig und für andere Spiele zu viel.«

Wenn du etwas an LoL verändern könntest, was wäre das?

Iromator: »Ich würde zurzeit das Item „Death’s Dance“ (Anm. d. Red.: in Deutsch „Tanz des Todes“) removen. Das Item ist unspielbar und untragbar.

Dann würde ich das Ranglisten-System transparenter gestalten. Da es teilweise nicht nachvollziehbar ist, warum man nach einen gewonnen Spiel unterschiedlich viele Ligapunkte dazu bekommt. Es gibt eine Hidden-MMR, (Anm. d. Red.: Hidden-MMR ist die versteckte Elo (Wertungszahl) jedes Spielers) die von so vielen Faktoren abhängig ist und diese entscheidet, wie viel Punkte man nach einem Sieg oder Niederlage bekommt bzw. verliert. Ich finde, das sollte einfach transparenter gestaltet werden.

Außerdem finde ich, es sollte einen Voicechat geben wie in „Counterstrike“.

Und zu guter Letzt. Man sollte, wie in „Dota“, Minions Denying einführen (Anm. d. Red.: Man lehnt seine eigenen Einheiten ab, um den Gegner weniger Gold/Erfahrung etc. zu gewähren). Ich finde dieses System von „Dota“ auch sehr sehr geil. Diese Funktion würde die Skill-Cap größer machen und ich glaube, das Spiel wird dadurch komplexer und die Ränge wären nicht mehr so verschwommen. Es gibt zurzeit, meiner Meinung nach, einen großen Unterschied zwischen einem Diamant 4 Spieler und einem anderen Diamant 4 Spieler, da in dieser Division so große Skill-Unterschiede herrschen. Ich glaube, wenn man das Spiel insgesamt Komplexer macht, unter anderem durch Minions Denying, würde die Abgrenzung besser werden.«

Was sagst du zu den Konkurrenzspielen von LoL z.B. Hots, Dota 2 etc.?

Iromator: »Hots? Gibt es das Spiel noch? Spielt das noch jemand? 😀 Ich glaube nicht. Ich finde es schade, dass sich keine anderen Spiele richtig durchsetzen. Das liegt aber auch daran, dass „LoL“ alles klaut. Ich persönlich finde „Dota“ besser als „LoL“. Das damalige Argument war, dass „Dota“ nicht so anfängerfreundlich ist. Aber wenn man heute als Neueinsteiger „LoL“ beginnt, dann ist es auch überhaupt nicht anfängerfreundlich.

Unter der Betrachtung, dass „LoL“ alles von „Dota“ abgeschaut hat und dass, was sie selber gebracht haben, nicht das Besste ist, finde ich schade, dass „Dota“ so runterrutscht und hauptsächlich in den östlichen Ländern gespielt wird. Ich finde, „Dota“ hätte mehr verdient!«

Mal verliert man…
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Wie sieht die Gesellschaft den Stellenwert des E-Sports in deinen Augen?

Iromator: »Die deutsche Gesellschaft grenzt sich in Sachen E-Sport sehr hart ab. Auch von anderen europäischen Ländern. Ich meine, wenn man nach Dänemark schaut, Astralis hat den Major-Titel von „Counterstrike“ in Berlin gewonnen und darauf hat der Premierminister von Dänemark persönlich dem Team gratuliert und hat gesagt, dass E-Sport ein sehr großer Bereich ist. In Deutschland selbst hört man nichts davon.

Ich finde es sehr schade, da Deutschland so viel davon profitieren könnte und auch so viel mehr Geld damit verdienen könnte, wenn von der Gesellschaft einfach einen größeren Blick auf den E-Sport geworfen werden würde. Wenn die ältere Generation da einfach kein Interesse dran hat, dann ist das kein Problem. Ich schau ja auch nicht gerne Reiten oder so. Man kann niemanden dazu zwingen, wenn sie sich nicht interessieren. Ich finde es nur schrecklich, wenn sie es verneinen und ins Lächerliche ziehen und so etwas sagen wie: „Die ganze Gamerszene sind Außenseiter.“ Diesen Blick haben einfach noch zu viele. Die meisten älteren Leute haben eben noch diese Denkweise bzw. die, die nicht damit aufgewachsen sind.

Ich finde die Bewegung des E-Sports selbst allerdings auch falsch. Dieser ständige Kampf, dass E-Sport als Sport anerkannt wird. Der ESBD (eSport-Bund Deutschland) setzt sich genau dafür ein und der DOSB (Deutscher olympischer Sportbund) sagt natürlich, dass es kein Sport ist. Diese ganze Debatte finde ich etwas unnötig, denn der Grund dafür, dass der E-Sport das will, ist die Anerkennung und eben die Gleichstellung in der Gesellschaft. Wenn man sich mal die Zahlen anschaut, ist der E-Sport definitiv schon angekommen. Nur eben nicht in jeder Gesellschafts- bzw. Altersschicht.

Ich habe mal einen Vortrag darüber gehalten. Der deutsche Umsatz für Film und Fernseh betrug letztes Jahr 2,8 Milliarden Euro. Der Umsatz für Spiele und Spielesoftware betrug 4,3 Milliarden Euro. Wenn das einfach mal verstanden werden würde und die Politik mehr subventioniert, dann könnte man so viel mehr daraus machen.

Im CDU-Papier zur Wahl stand, dass sie sich dafür einsetzen wollen, das der E-Sport als Sport anerkannt wird. Was ist passiert? Nichts!«

Die Politik ist ja grade dran, „FIFA“ als Sport anzuerkennen.

Iromator: »Das, finde ich, ist kompletter Schwachsinn. Da eine Einteilung zu machen, finde ich komplett lächerlich. Der DOSB hat ja gesagt, dass man darüber reden kann „FIFA“ oder andere digitale Sportarten wie z.B. „Madden NFL„, als Sport anzuerkennen. Sie sagen, dass in diesen Spielen nicht der Sinn besteht etwas zu zerstören oder jemanden zu besiegen. Aber Entschuldigung – was macht man denn beim Boxen? Also beim Boxen ist der Sinn jemanden K.O. zu schlagen bzw. jemanden zu besiegen. Solche Argumentationen machen mich aggressiv.

Aber ich finde es dumm vom ESBD den E-Sport zum Sport machen zu wollen. Was bringt es nachher, wenn es als Sport anerkannt wird? Es bringt lediglich die Gemeinnützigkeit und dass man damit Vereine bilden kann. Mann könnte die Gemeinnützigkeit aber auch anders erreichen. Ein Musikverein ist auch gemeinnützig, ist aber kein Sport. Man bräuchte einfach für den E-Sport einen neuen Begriff. Ihn als Sport zu deklarieren finde ich falsch, da es in meinen Augen einfach kein Sport ist, sondern irgendetwas anderes. Dafür gibt es noch keinen Begriff. Gaming ist in der heutigen Zeit in der Gesellschaft einfach negativ behaftet. Es ist unpraktisch und schade, dass man es damals E-Sport genannt hat, mit dem Gedanken „über den Begriff Sport bekommen wir Anerkennung und Gleichstellung“.

Ich finde auch Schach oder Dart sind keine Sportarten. Ich finde für diese Art „Denksport“ bräuchte man, wie für den E-Sport, einen anderen Begriff. Schach ist ein Gesellschaftsspiel und lediglich die kompetitive Ader ist dann Sport. Wenn ich mit meinem Bruder Schach spiele, machen wir keinen Sport. So ist es auch im E-Sport und so soll es auch sein. Wenn ich nach der Arbeit noch 2 Stunden zocke, dann ist es kein Sport, sondern Gaming. Wenn ich mich mit meinen Freunden bei ein paar Turnieren anmelde, ist es auch kein E-Sport meiner Meinung nach. Es ist kompetitives Gaming. Erst wenn ich aktiv Zeit und Ressourcen rein stecke, um erfolgreich zu sein, kann man es in meinen Augen als E-Sport bezeichnen, da es dann nicht mehr das 0815-Zocken ist.«

Was würdest du dir wünschen?

Iromator: »Mehr Akzeptanz. Einfach, dass die Leute es nicht schlecht reden, dass nicht zu viel reininterpretiert wird. Dass die Leute entweder uns einfach machen lassen oder sich die Zeit nehmen, es sich mal anzuschauen. Es ist zu negativ behaftet. Als Gamer wird man immer noch ausgegrenzt, man ist ein Außenseiter. Ich denk, in 10 Jahren wird der E-Sport zu 100% zur Prime-Time im Free-TV laufen. Weil es die Mehrheit interessieren wird – weil es Mainstream wird.

Man kann eben niemanden zwingen, wenn sich mein Vater zum Beispiel kein Smartphone holen möchte, ist das ok. Man sollte einfach nicht unbegründet und unargumentativ darüber reden. Einfach mal damit auseinandersetzen.«

Möchtest du sonst noch etwas Wichtiges loswerden?

Iromator: »Wenn ihr selbst Computerspiele spielt und wenn ihr das gerne macht, dann steht dazu und macht es auch weiter. Ich seh im Gaming keinen so großen Unterschied wie zum Lesen.

Gaming hat so viele Vorteile. Ich persönlich habe im Gaming meine kompletten Englischkenntnisse aufgebaut. Das Schulenglisch ist für die Tonne.

Wenn ihr Lust auf Teams habt oder Lust auf Gesellschaft habt, googelt nach Initiativen in eurer Umgebung, es werden grade überall kleine Initiativen gegründet. Macht es Lokal und macht es mit Leuten, die in eurer Umgebung den gleichen Spaß haben. Ich glaube, davon profitieren wir alle. Wenn die Gesellschaft sieht, dass sich eine analoge Kultur aufbaut, ähnlich wie z.B. Fußballvereine, wenn wir als Gruppe treffen und darüber sprechen, wird es von der Gesellschaft vielleicht eher anerkannt. Das hat eine andere Wirkung, wie wenn wir nur vor dem PC sitzen und uns nicht zeigen. Auch die Introvertierten, ihr werdet Spaß haben, da ihr auf Leute trefft, die die gleichen Interessen haben wie ihr. Scheut euch nicht zu googeln und die Leute mal anzuschreiben.«

 


eSports Kaiserslautern

Über eSports Kaiserslautern:
Idee:

Die Idee hinter eSports Kaiserslautern ist, allen E-Sports Interessierten eine Plattform im Raum Kaiserslautern zu bieten. Da E-Sports noch immer viel mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen hat, gilt es vor allem auch Aufklärungsarbeit zu leisten und den Gedanken von E-Sports zu erklären. Darüber hinaus will eSports Kaiserslautern mit euch zusammen Spaß haben bei eurem gemeinsamen Hobby und in diversen Ligen zeigen, dass Kaiserslautern würdige E-Sportler hat.

Gründung:

Gegründet wurde eSports Kaiserslautern unter dem Namen „eSports TUK“ als reine Hochschulgruppe an der TU Kaiserslautern zum Sommersemester 2018. Anfangs noch nur mit dem Referat für League of Legends und Hearthstone, gesellten sich schnell noch andere Leute dazu und es wurden immer mehr. Ziel war, und ist es bis heute, für Studierende und Gaming-Interessierte eine Plattform zu bieten und Turniere und Events zu veranstalten.

Umbenennung:

Zu Ende des Sommersemesters 2019 entschloss sich der Vorstand dazu die Ausrichtung der Hochschulgruppe nicht nur auf die Uni zu fokussieren. Seit der Gründung der Hochschulgruppe gab es immer wieder auch Kooperationen außerhalb des Universitätskontextes und dort will der Verein genau so an Aufklärungsarbeit im Bereich E-Sports mitwirken, wie an der Uni selbst.

Status quo:

Mittlerweile kann eSports Kaiserslautern 131 registrierte Mitglieder in insgesamt sieben aktiven Teams vorweisen. Es wird aber nicht mehr „nur“ League of Legends (LoL) bzw. Hearthstone gespielt, sondern auch das Repertoire an Referaten ist gestiegen:

  • CS:GO – Counter Strike: Global Offensive
  • DCG – Digital Card Games (also z.B. Hearthstone)
  • LoL – League of Legends
  • Overwatch
  • Rocket League
  • Super Smash Bros Ultimate

Jedes Team hat dabei eigene Trainingszeiten und wird von erfahrenen Spielern angeleitet. Gespielt wird in der Uniliga, der Prime League oder anderen Einzelturnieren.

Doch wer jetzt denkt, das wäre bereits alles, der irrt! eSports Kaiserslautern hat sogar eine eigene Liga auf die Beine gestellt. Es gibt ein Teamfight Tactics (TFT)-Turnier mit vier Spieltagen und 64 Slots, sowie ein League of Legends (LoL)-Turnier im monatlich wechselndem 5 vs. 5 bzw. 1 vs. 1-Modus. Die Liga nennt sich „[ESK]alation“ und wird über die Plattform Toornament gemanagt, eine Turnier-Engine, die speziell für E-Sports-Turniere entwickelt wurde.

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