Brett W. Sperry: Ein Spieleentwickler verändert die Gamerwelt

Dune 2 Gameplay

Kaum jemand kennt Brett W. Sperry. Er war, zusammen mit Louis Castle, Mitbegründer der legendären „Westwood Studios“. Die Softwareschmiede hat unter anderem das bekannte Command-&-Conquer-Franchise ins Leben gerufen. Was ist aber das besondere an Brett W. Sperry?

Herzog Zwei Cover

Echtzeitstrategiespiele fanden ihren Anfang gegen Ende der 80er Jahre mit dem Spiel „Herzog Zwei“ vom Hersteller „Technisoft“. Brett W. Sperry sah in der Idee, ein Ressourcen-fokussiertes Spiel zu programmieren, ein gewisses Potenzial. In einer Diskussion mit Chuck Kroegel (Vize-Präsident von „Strategic Simulations“) entfachte in ihm das Feuer für ein derartiges Spiel. Kroegel behauptete, dass Kriegsspiele auf einem absteigenden Ast seien.

Brett W. Sperry nahm sich also „Herzog Zwei“ als Inspiration und entwickelte „Dune II“. Es war das erste kommerziell erfolgreiche Spiel des neuen Genres der Echtzeitstrategiespiele (RTS). Die „Westwood Studios“ brachten zwei Jahre später dann den Spielehit „Command & Conquer“ auf den Markt und ebneten den Weg für weitere Spiele dieser Kategorie.

„Blizzard Entertainment“, bisher bekannt durch Spiele wie „Rock & Roll Racing“ und „The Lost Vikings“, sprangen 1994 auf diesen Zug auf und brachten „Warcraft: Orcs & Humans“ heraus. Es folgten „Warcraft II: Tides of Darkness“ (1995), „Warcraft II: Beyond the Dark Portal“ (1996), „StarCraft“ (1998), „StarCraft: Brood War“ (1998), „Warcraft III: Reign of Chaos“ (2002) und „Warcraft III: The Frozen Throne“ (2003).

Spätestens jetzt war der Hype um die Echtzeitstrategiespiele auf dem Höhepunkt. „Blizzard Entertainment“ brachte 2005 „World of Warcraft“ heraus. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.



DotA GameplayNun könnte man sagen, Brett W. Sperry hätte also indirekt den Weg für „Blizzard Entertainment“ geebnet. Die Geschichte ist aber noch nicht vorbei. Den in „Warcraft III“ steckt ein kleiner, aber feiner Welten-Editor, mit dem es möglich ist, eigene Karten zu erstellen. Ein Spieler Namens „Eul“ entwickelte mit diesem Werkzeug die ersten Versionen von „Defense of the Ancients“ (DotA) und legte damit den Grundstein für ein weiteres, völlig neues Genre: der Multiplayer Online Battle Arena (oder kurz MOBA). Ein weiterer Entwickler von DotA war Steve Feak. Er war maßgeblich an der Entwicklung eines weiteren Spieleklassikers beteiligt, der auch heute noch Millionen von Menschen begeistert: „League of Legends“ von „Riot Games“.

Erst jetzt wird einem die Tragweite bewusst, die Brett W. Sperry damals losgetreten hat. Sähe die Gamerwelt ohne ihn heute anders aus, oder hätte es diese Entwicklungen im Spielegenre trotzdem gegeben? Schwer zu sagen. Neue Spielegenres wachsen nicht auf Bäumen. Manchmal sind es alte Ideen, die sich weiterentwickeln oder einfach nur Glück oder Zufall, die zu einem Meilenstein führen können.